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Das war die Sommerakademie 2016

© FORUM Umweltbildung
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„Her mit der Vielfalt! Diversität in Natur und Gesellschaft“ lautete das Motto der diesjährigen Sommerakademie des FORUM Umweltbildung. Rund 100 TeilnehmerInnen aus unterschiedlichen Bereichen konnten, über 4 Tage verteilt, mit zahlreichen ReferentInnen Erfahrungen und Methoden rund um die Schwerpunkthemen Integration, Inklusion, Migration, Gender, globales und interkulturelles Lernen sowie Biodiversität austauschen und besprechen. Das Hotel Schloss Seggau in der Steiermark bot mit seiner idyllischen und inspirierenden Szenerie die optimalen Voraussetzungen dafür.

Ein Rückblick in Bildern

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Begrüßung und feierliche Eröffnung

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Madeleine Pühringer und Anna Streissler (FORUM Umweltbildung) hießen die TeilnehmerInnen und ReferentInnen im Kongress-Saal willkommen und baten die zahlreichen KooperationspartnerInnen für ein kurzes Statement aufs Podium:
Mira Dulle vom ÖKOLOG Netzwerk bezeichnete die Sommerakademie als DAS Event für BNE für das neue Schuljahr und war erfreut darüber, dass sich so viele MultiplikatorInnen zusammengefunden haben, um ihre Ideen, Methoden und Erfahrungen zu teilen. Margit Meister vom Amt der niederösterreichischen Landesregierung erläuterte, wie sich Vielfalt auch in ihrer täglichen Arbeit wiederfindet und freute sich auf die kommenden Tage. Sabine Baumer (UBZ Steiermark) war auch heuer wieder mit an Bord der Sommerakademie. Sie sprach von der Bedeutsamkeit, sich mit dem Thema Diversität auseinanderzusetzen und hob hervor, dass aus Vielfalt und Verschiedenheit ein großes Ganzes entstehen kann. Auch die Naturfreunde Internationale waren, vertreten durch David Bröderbauer, dabei. Er betonte, dass die derzeitigen und künftigen gesellschaftlichen Entwicklungen eine intensive Auseinandersetzung mit Vielfalt erfordern. Dass die Themen der heurigen Sommerakademie und jene der Pädagogischen Hochschule Steiermark besonders gut harmonieren, unterstrich Maria Winter in ihrem kurzen Statement. Auch Walter Prügger (KPH Graz) wies auf die Gemeinsamkeiten vom Lehrveranstaltungsangebot der Kirchlich Pädagogischen Hochschule Graz und der Sommerakademie 2016 hin.

Ein herzliches Dankeschön ging auch an die Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik, Südwind Steiermark, das Klimabündnis Österreich und dem Verein Gartenpolylog, die sich ebenfalls als Kooperationspartner engagierten.

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Peter Iwaniewicz (BMLFUW) erläuterte in seiner Einleitung  die Zusammenhänge zwischen Diversität, Natur und Gesellschaft. Den Raubbau von Bioressourcen verglich er mit einem vollbesetzen Flugzeug, in dem nach und nach getestet wird, wie viele Schrauben abmontiert werden können, bevor es auseinanderfällt. Er sprach von der Unumgänglichkeit, gesellschaftliche Wertsysteme zu hinterfragen und anzupassen, um Kooperation und Zusammenarbeit zu ermöglichen. In Hinblick auf die UNESCO Roadmap zur Umsetzung des Weltaktionsprogramms „Bildung für nachhaltige Entwicklung“ verwies er auf die notwendigen Kompetenzen von jungen Menschen, um den globale Entwicklungen mit Selbstbewusstsein und Zuversicht begegnen zu können. Dem Ministerium sei Bildung für nachhaltige Entwicklung ein wichtiges Anliegen, weshalb man mit der  bevorstehenden Auszeichnung "Bildung für nachhaltige Entwicklung - BEST OF AUSTRIA" auch wegweisende Projekte vor den Vorhang holen will. Mit dem Hinweis darauf, dass die TeilnehmerInnen der Sommerakademie zu den tragenden Säulen der BNE-Bewegung gehören und sowohl ihnen als auch dem FORUM Umweltbildung großer Dank gebührt, eröffnete er die Sommerakademie offiziell.

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Bäume der Vielfalt

Um die unterschiedlichen Begabungen, Talente, Erfahrungen, Kenntnisse, Errungenschaften und Haltungen der TeilnehmerInnen einzufangen, wurden an Tag 1 Bäume der Vielfalt auf Plakaten angefertigt. Diese begleiteten die TeilnehmerInnen der Sommerakademie vom ersten bis zum letzten Tag. Zu Beginn und nach jedem Workshop/Programm wurden Eindrücke und Erkenntnisse stichwortartig auf bunten Fingerabdrücken festgehalten und an die Äste gepinnt. Am letzten Tag durften die gesammelten und beschrifteten Fingerabdrücke von der jeweiligen Person geerntet und als Andenken mitgenommen werden.

Inhaltlicher Auftakt mit zwei spannenden Vorträgen

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Die Vortragsserie startete mit „Biodiversität beinhaltet auch den Menschen, oder nicht?“ von Martin Scheuch (Österreichischen Kompetenzzentrum für Didaktik der Biologie, Universität Wien). Er führte die ZuhörerInnen durch die Geschichte der Erforschung der lebendigen Welt, über die Entdeckung der Vielfalt und der Biodiversität bis hin zur Auffassung von Biodiversität in der Gesellschaft. Einer Untersuchung zufolge, so Scheuch, wird Biodiversität nicht negativ bewertet. Problematisch ist allerdings, dass der Begriff im öffentlichen Sprachgebrauch selten erklärt wird – im Gegenteil, die Bedeutung wird vorausgesetzt und der Begriff gerne als Schlagwort verwendet.

Diversität sieht er als verbindendes Element für die Bildung. Den Bildungsauftrag sieht er im positiven Umgang mit diesen Diversitäten. Er bediente sich Ernst Mayrs Worten „Wohin wir auch in der Natur blicken, entdecken wir Einzigartigkeit, und Einzigartigkeit ist gleichbedeutend mit Vielfalt.“ In diesem Sinne leitete er auf den Inhalt der Sommerakademie über und erläuterte die Chancen für unseren Umgang mit Diversität: der Umgang mit Verschiedenheit, das Eintauchen in Konflikte, das Suchen von Gemeinsamkeiten, der Aufbau von Gemeinschaften und offenes Handeln.

PPT – Vortrag Martin Scheuch

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Anschließend sprach Susanne Binder, Lektorin am Institut für Kultur- und Sozialanthropologie und Leiterin des Projekts „Interkulturelles Mentoring für Schulen“ von „Selbstverständliche Vielfalt? Oder vom Mut, Selbstverständlichkeiten zu hinterfragen“. Die Geschichte des syrischen Flüchtlingsjungen Osama bildete den Rahmen des Vortrags. Er begegnete sowohl gesellschaftlichen als auch strukturellen Hürden. Mit dem Modell „Layers of Diversity“ machte sie auf die unterschiedlichen Diversitätskategorien aufmerksam, die einander beeinflussen, wie auch bedingen. Außerdem sprach sie die Herausforderungen heterogener Klassensituationen an und gab Tipps zum Umgang mit Kindern mit Fluchterfahrung. In der anschließenden Diskussion wurde besprochen, wie Diversität thematisiert werden kann, ohne sich zu sehr auf Unterschiede zu konzentrieren.

PPT - Vortrag Susanne Binder

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Im Hinblick auf die biologische und gesellschaftliche Diversität öffnete Hermine Steinbach-Buchinger danach einen Reflexionsraum, in dem die TeilnehmerInnen überlegen konnten, aus welcher Ausgangssituation heraus sie dem Thema Diversität begegnen (wollen). In einem Dreieck der Glaubenspolaritäten wurden die Wirksamkeiten bildlich dargestellt . Alle TeilnehmerInnen überlegten für sich, an welcher Stelle des aufgezeichneten Dreiecks der Wirksamkeit sie ihren Platz fänden und markierten diesen. Das Gesamtbild zeigte einmal mehr die Vielfältigkeit der TeilnehmerInnen der diesjährigen Sommerakademie. 

Nach dem Abendessen wurde der Film „Macondo“ gezeigt. Er erzählt aus dem Alltag des tschetschenischen Flüchtlingsbuben Ramasan, welcher im Spannungsfeld zwischen Verantwortung, Gewalt und Identitätsfindung aufwächst. Anschließend wurden die begeisterten ZuseherInnen eingeladen, ihre Eindrücke vom Film gemeinsam bei einem Glas Wein in der Schlosstaverne zu reflektieren.

Spannende Halbtages-Workshops und Exkursionen an Tag 2

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Gestärkt durch das reichhaltige Frühstücksbuffet, ging es zum ersten gemeinsamen Start in den Tag auf die Glockenwiese. Aufgestellt in einem Kreis, sollten die Teilnehmenden ihre stimmliche und musikalische Vielfalt ausschöpfen. Dazu wurde in Gruppen  zu 5-6 Personen aufgeteilt,  um jeweils eine musikalisch harmonische Eigenkreation zu erfinden. Karin Schneeweiss (FORUM Umweltbildung), Dirigentin der Übung, leitete die Gruppen in ihrer musikalischen Darbietung an und erzeugte dadurch eine überraschend stimmige Komposition.

Nach dem gesanglichen Start verbrachten die TeilnehmerInnen den Vormittag in unterschiedlichen Workshops:

Der Nachmittag bot ein buntes Exkursionsprogramm. Die TeilnehmerInnen konnten zwischen einer Hofführung der Solidarischen Landwirtschaft KLEINeFARM, einem Rundgang durch das Schloss Seggau, einem Workshop vom Klimabündnis zu globalen Ungerechtigkeiten, oder einer Reise mit allen Sinnen, angeleitet von Samira Bouslama und Madeleine Pühringer (FORUM Umweltbildung), entscheiden.

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Der zweite Abend der Sommerakademie gestaltete sich rhythmisch. Begleitet von orientalischen Klängen und unter Anleitung von Hedi, vom Grazer Verein Kama (Kurse von Asylsuchenden, MigrantInnen & Asylberechtigten), wurde zu kurdischen und arabischen Rhythmen aus verschiedenen Regionen des Iraks getanzt.

Ganztages-Workshops an Tag 3

Auch der dritte Tag der Sommerakademie startete ausgelassen. Die Aufgabe war, im Team ein Plüschtier auf einen Hügel zu befördern. Ganz so einfach war diese Übung allerdings nicht, denn nur bestimmte Fortbewegungs- bzw. Wurfarten waren erlaubt: Rückwärts werfen, unter den Beinen durch werfen oder in der Hocke  laufen. Teamgeist und körperlicher Einsatz waren also gefragt.

Ein vielfältiger Markt der Möglichkeiten

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Nach dem Abendessen eröffnete Madeleine Pühringer (FORUM Umweltbildung) den traditionellen „Markt der Möglichkeiten“. Dieser bot jede Menge Gelegenheit, sich mit Workshop-LeiterInnen, ReferentInnen, möglichen KooperationspartnerInnen und anderen AusstellerInnen auszutauschen und zu vernetzen.

Neben den KooperationspartnerInnen der Sommerakademie waren auch zahlreiche andere Organisationen vertreten. Unter anderem UmweltBildungAustria, die Österreichische Naturschutzjugend, Shades Tours, Naturseiten, die BVA, die ARGE Jugend gegen Gewalt und Rassismus und einige mehr. In einem 30-sekündigen Wordrap konnten sich die AusstellerInnen kurz vorstellen und die TeilnehmerInnen für ihre Arbeit begeistern.

PPT – Angebote am Markt der Möglichkeiten

Reflexion und Transfer in den Alltag

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Der Start in den vierten Tag war (r)evolutionär. Beim Evolutionsknobeln konnten sich die TeilnehmerInnen von der Amöbe, über die Kugelalge, den Molch und den Affen schließlich zum Menschen entwickeln – dafür musste lediglich beim Stein-Schere-Papier-Spielen gewonnen werden. All jene, die das Knobelduell mit ihresgleichen verloren, entwickelten sich ein Stadium zurück. Zum Glück waren alle TeilnehmerInnen zum Ende der Spiels wieder zu Menschen geworden und konnten im Kongress-Saal am gemeinsamen Abschluss teilnehmen.

Den Anfang machte ein Vortrag von Heidi Grobbauer, von KommEnt – der Gesellschaft für Kommunikation, Entwicklung und dialogische Bildung, über das pädagogische Konzept von Global Citizenship Education. Dieser zeigte die  Dringlichkeit, junge Menschen bei der Orientierung in der globalisierten Welt zu unterstützen und sie auf das Leben in der Weltgemeinschaft vorzubereiten. In einer regen Diskussion kamen die Referentin und die TeilnehmerInnen außerdem zu der Erkenntnis, dass es eine Herausforderung  darstellt, mit Widersprüchen zu leben, ohne sie auflösen zu wollen/können.

PPT - Vortrag Heidi Grobbauer

Nach einer kurzen Pause ging es in den finalen Teil der Sommerakademie – der Transfer in den Alltag mit Hermine Steinbach-Buchinger. Wie schon an Tag 1, fanden sich die TeilnehmerInnen in Gruppen zusammen, klebten ihre Fingerabdrücke der Erkenntnis auf die Bäume der Vielfalt und reflektierten gemeinsam die vergangenen Tage. Das gesammelte Feedback der TeilnehmerInnen kann hier noch einmal gehört werden: Link zu Audioaufnahme.

Bei der Abschlusspräsentation, vorbereitet von Karin Schneeweiss (FORUM Umweltbildung), wurden die Schnappschüsse der vergangenen Tage gezeigt. TeilnehmerInnen erhielten so Einblick in das gesamte Angebot der Sommerakademie 2016.

Den Schlusspunkt setzte ein Stehkreis. In Form eines intensiven Händedrucks wurde ein letztes Mal an diesem Tag die gesammelte Energie der Gruppe spürbar.

Mit dem Gruppenfoto, der TeilnehmerInnenmappe, den beschrifteten Fingerabdrücken und vielen neuen Eindrücken, verließen die Damen und Herren die Sommerakademie im Schloss Seggau, um ihre Heimreise anzutreten. Das Organisationsteam des FORUM Umweltbildung freut sich über die erfolgreiche Veranstaltung und blickt mich Vorfreude auf das kommende Jahr.


Ausgezeichnet! Lernen für die Zukunft

Die gelungensten Initiativen werden bei unserer Auszeichnungsveranstaltung am 20. November in Linz als Vorzeigeprojekte präsentiert und mit dem Titel "Bildung für nachhaltige Entwicklung - BEST OF AUSTRIA" ausgezeichnet.
Die Keynote hält der Ashoka-Fellow Mag. Johannes Lindner.

Alle Informationen zur Auszeichnung

Ausgezeichnete Projekte 2016

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