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Persistent Organic Pollutants - POPs are no Sweets!

SchülerInnen der 8. Klassen des Gymnasiums in der Linzer Straße in Wien 14 bei ihrer Exkursion auf den Sonnblickgipfel

Das „Stop the POPs“ Filmprojekt thematisiert die globale Umweltverschmutzung durch langlebige toxische Chemikalien und wurde an einem Wiener Gymnasium verwirklicht. Die SchülerInnen machten sich dafür auf den Weg zum 3106 m hohen Gipfel des Sonnblicks. Drei Kurzfilme von SchülerInnn für SchülerInnen sind nun online.

Warum sind wir heute immer noch von Chemikalien und Pflanzenschutzmitteln längst vergangener Tage betroffen? Was haben unsere Alpen mit der globalen Umweltverschmutzung zu tun? Warum sollen schwangere und stillende Mütter in Grönland kein Robbenfleisch essen?

Eine weltweit gültige Konvention der UNEP - Umweltprogramm der Vereinten Nationen - befasst sich mit den so gennannten POPs - persistent organic pollutants. Klingen harmlos - sind es aber nicht. Die in dieser Konvention gelisteten "Toxic 22" Chemikalien umfassen alte Pflanzenschutzmittel wie DDT, aber auch neue "allerwelts" Chemikalien - wie bromierte Flammschutzmittel, die in vielen elektronischen Geräten vorkommen/bzw. vorkamen. Diese Gruppe an Chemikalien ist langlebig, d.h. nach 20 Jahren z.B. ist erst die Hälfte davon abgebaut und kann hormonwirksam, krebserregend oder immunwirksam sein.

Totales „Phaseout“ von POPs

Ziel der Konvention ist ein totales „Phaseout“ der gelisteten „Toxic 22“. Ausnahmen bestehen aber nach wie vor für DDT in bestimmten Regionen – da es noch keinen kostengünstigen Ersatz gibt. Mittlerweile jedoch sucht ein weltweit finanziertes Forschungsprogramm nach einem Ersatz. Bromierte Flammschutzmittel sind in Europa verboten, jedoch gilt z.B. im asiatische Wirtschaftsraum eine Ausnahme und Übergangsregelung.

Studien belegen, dass fast jeder Mensch DDT-Derivate im Blut aufweist! Die Konzentrationen sind zwar sehr gering – bedenklich ist allerdings, dass sie überhaupt noch vorkommen, dass sie in der Nahrungskette angereichert werden, und dass sie in die  Muttermilch übergehen.

Drei Kurzfilme von SchülerInnen für SchülerInnen

SchülerInnen der 8. Klassen des Gymnasiums in der Linzer Straße in Wien 14 haben sich mit dem sehr komplexen und vielschichten Thema der POPs auseinandergesetzt. Im Rahmen dieses Projekts konnten die SchülerInnen auch eine Exkursion auf den Sonnblick (3106 m) zur weltweit einzigartigen Messstation für POPs durchführen.

Sie haben mit Begleitung eines internationalen professionellen Filmteams (5Colours1World, arbeiten auch für das Roots & Shoots Programm des Jane Goodall Instituts) drei Kurzfilme für den Unterricht geschaffen. Die Filme sind in englischer Sprache, damit sie auch international Verwendung finden  und wurden von den SchülerInnen selbst gestaltet: Idee, Drehbuch, filmtechnische Umsetzung, Animationen und Ton!

        

     

Stop the POPs

Überblick und Einleitung in das Thema POPs (persitent organic pollutants) - Sprache: Englisch / Filmdauer: 6:37 min.


  
         

"You, Me, DDT"

Das Pflanzenschutzmittel DDT wurde in der Kriegs- und Nachkriegszeit auch in Europa großzügig ausge­bracht. Seit den 70iger Jahren ist es in der EU ver­boten. Nicht zuletzt wegen der langen Halbwertszeit (ca. 20 Jahre) ist DDT im Blut nach wie vor nachweisbar!

Sprache: Englisch / Filmdauer: 4:12 min.


   
         

"Make Love ... not Plastic!"

Plastikpartikel im Meer wirken für POPs wie ein Schwamm. Durch die Anreicherung in der Nahrungskette ist die Verschmutzung der Weltmeere also auch bei uns ein Thema . 

Sprache: Englisch / Filmdauer: 3:56 min.

 

Finanzierung und Dank:
Das Projekt wurde dankenswerterweise vom BMLFUW und dem Umweltbundesamt finanziert.
BMLFUW Abt. II/3: Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik und
BMLFUW Abt. VI/5: Stoffbezogener Umweltschutz, Chemiepolitik, Risikobewertung und Risikomanagement

Umsetzung und Projektmanagement Umweltbundesamt.

Ohne den Einsatz der SchülerInnen und des Fimteams (Gregory Kennedy-Salemi aus Chicago und Stuart Jolley aus London) und der fachlichen sowie organisatorischen Unterstützung der Direktorin Mag.a U. Behoun und der Professoren Mag. K. Moser und Mag.a B. Buchner wäre die Umsetzung des „Stop the POPs“ Filmprojekt nicht möglich gewesen. Ihnen allen einen herzlichen Dank!

 

Dr. Aline Berthold
Umweltbundesamt
Abt. Schadstoffe & Mensch

Zum Weitersurfen:

Umweltbundesamt : Basisinformationen und Überblick zu POPs

Silent Snow : Sehr empfehlenswerter Film über die weltweite Verbreitung von POPs und die wirtschaftlichen Zusammenhänge von Jan van den Berg (Grönland)

UNEP  : UNEP Basisinformation zur Stockholm Konvention über langlebige, organische Schadstoffe

Jane Goodall Institut : Empfehlenswerte Medienwoche für Schulen mit dem Filmteam von 5colours1world & Jane Goodall Institut Austria

„Taking Action for a Toxic Free Future”: Facebook Seite der SchülerInnen

brg14: Homepage des durchführenden Gymnasiums

 

Zum Vormerken:

Geplant ist eine Komplementierung der Kurzfilme mit Arbeitsblättern für die Unterrichtsfächer Chemie, Biologie, Geographie und Wirtschaftskunde, Englisch und Ethik, sodass ein übersichtliches und direkt einsetzbares Material für mindestens eine Unterrichtsstunde zur Verfügung stehen wird (herunterladbar von der Homepage vom Umweltbundesamt und der Hompage vom FORUM Umweltbildung ).