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Sustainability Award 2012 für Hochschulen verliehen

15.06.2012
Foto: Ch. Rossmeissl

Die innovativsten und nachhaltigsten Hochschulen Österreichs werden alle zwei Jahre von Lebensministerium und Wissenschaftsministerium ausgezeichnet.

Um Nachhaltigkeitsprozesse in der österreichischen Hochschullandschaft im Rahmen der UN-Dekade zur Bildung für nachhaltige Entwicklung zu fördern und besser bekannt zu machen wurde im Herbst 2007 der Sustainability Award als gemeinsame Initiative vom Lebensministerium und dem Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung ins Leben gerufen.

„Österreich kann mit diesem Award ein Vorbild im Rahmen der UN-Dekade Bildung für nachhaltige Entwicklung sein. Etwas Vergleichbares gibt es sonst eigentlich nicht“, meint Dr. Clemens Mader, der 2010 mit der Universität Graz den Award in der Kategorie Regionale Kooperation für das RCE Graz-Styria gewonnen hat.

Siegerprojekte aus acht Kategorien

Alle zwei Jahre werden aus den Einreichungen die Siegerprojekte von einer prominenten Jury ausgewählt und in acht Kategorien prämiert. Die Projekte sind so vielfältig, wie die nachhaltige Entwicklung selbst. So berücksichtigen sie Umweltaspekte, soziale Anliegen und wirtschaftliche Entwicklung.

Österreichs Hochschulen und Universitäten werden immer mehr zu wichtigen Trägern von Nachhaltigkeitsbemühungen, was die 77 eingereichten Projekte und Initiativen von 22 Hochschulen im Jahr 2012 verdeutlichen.

In den acht Handlungsfeldern finden sich sämtliche Nachhaltigkeits-Initiativen der österreichischen Hochschullandschaft wieder: Verwaltung und Management, Lehre und Curricula, Forschung, strukturelle Verankerung, Kommunikation und Entscheidungsfindung, studentische Initiativen, regionale Kooperation, internationale Kooperation.

Den Award in der Kategorie „Lehre und Curricula“ gewinnt 2012 die Technische Universität Wien und die Technische Universität Graz mit ihrem Universitätslehrgang „Nachhaltiges Bauen“, dessen Ziel es ist, ein Bewusstsein für ganzheitliche, lebenszyklusorientierte Betrachtungen von Bauaktivitäten im Hinblick auf das 3-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit zu schaffen.

Zu den weiteren Siegerprojekten aus dem Jahr 2012 zählen die Universität für Bodenkultur mit dem Projekt „Doktoratskolleg Nachhaltige Entwicklung“ (Kategorie Forschung), die Universität Klagenfurt mit „IMST: Innovationen machen Schulen Top“ (Kategorie Regionale Kooperation), die Wirtschaftsuniversität Wien mit dem Projekt „Research Institute for Managing Sustainability (RIMAS)“ (Kategorie Internationale Kooperation) sowie die Universität Graz mit der Mobilitätsstrategie „UniMobility 4ALL“ (Kategorie Verwaltung). Die Modul University Vienna kann mit der „Förderung von nachhaltigen Stakeholderinitiativen“ in der Kategorie Strukturelle Verankerung auf sich aufmerksam machen, sowie die Medizinische Universität Graz mit dem Projekt „Pan-Europäische Forschungsinfrastruktur für Biobanken und biomolekulare Ressourcen“ (Kategorie Kommunikation).

Auch studentische Initiativen finden beim Sustainability Award Beachtung

Mag.Marlene Mader von der Universität Graz findet den Award „gerade für Studierende wichtig, weil er einfach mehr Gewicht gibt, und aufzeigt: Studierende können etwas bewegen. Sie werden so vielleicht auch leichter von anderen Instituten, von Managements, gehört, wenn sie diese Auszeichnung bekommen.“

2012 gewinnt das Projekt „BASEhabitat: architecture for development“ der Universität für künstlerische und industrielle Gestaltung Linz, wo die gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Entwicklung Thema der Ausbildung sind. Um das Wissen im Leben zu erproben und aus Begeisterung und dem nachhaltigen Engagement der Studierenden werden seit 2005 Bauprojekte in Südafrika und Bangladesh realisiert.

Umfassende systemische Veränderung

Bereits 1993 wurde in der Swansea-Declaration festgehalten, dass Universitäten eine große Verantwortung für die Gesellschaft tragen. Dies betrifft die Gestaltung der gegenwärtigen und zukünftigen Entwicklungspolitiken in Richtung nachhaltiger und gerechter Formen, die für eine ökologisch sichere und zivilisierte Welt notwendig sind.

Mittlerweile haben Nachhaltigkeitsthemen auf vielen Ebenen der Hochschulen Einzug gehalten. Auch die steigende Zahl an Award-Einreichungen zeigt, dass dort eine Vielzahl an Personen und Gruppen Lehrender, Forschender, Studierender und Hochschul-MitarbeiterInnen dem Thema Nachhaltigkeit immer größere Bedeutung beimessen.

Wir können deshalb von umfassenden systemischen Veränderungen sprechen. Für viele Universitäten scheint Nachhaltigkeit Teil des Leitbildes – und noch viel wichtiger – der täglich gelebten Lehr-, Lern-, Forschungs- und Arbeitskultur geworden zu sein.

Die Vorteile für Hochschulen liegen für Dr. Christian Rammel, WU Wien, auf der Hand: „Eine Uni, die versucht im Bereich von Nachhaltigkeit Fuß zu fassen, hat da einen gewissen Benefit, weil nämlich die Forschungsvorhaben zentrierter sind, fokussierter sind und auch mehr Mittel generiert werden können.“

Kombination von Herz und Hirn

„Es geht bei Universitäten darum, das Hirn zu nähren und hier sehr viele Inhalte zu transportieren. Was bei Bildung für nachhaltige Entwicklung extrem wichtig ist, ist auch die Kombination mit dem Herzen, den Emotionen, der Motivation, dem Gefühl,“ meint Philipp Schöffmann vom RCE Wien. „Gerade so ein Thema wie das Leben selbst könnte wohl nicht besser transportiert werden. Es braucht Projekte, die all das ganzheitlich umsetzen. Und dafür ist auch der Sustainability Award da. Solche Initiativen werden auch ausgezeichnet – zu Recht“, meint er.

Anna-Maria Wiesner

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