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Film: Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft

Filmstill Tschernobyl © Filmdelights
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Ein in vieler Hinsicht irritierender Film erinnert an die Katastrophe von Tschernobyl, die im April 1986, also vor 31 Jahren ihren Lauf nahm. Der Film handelt von der Welt rund um Tschernobyl, über die wir kaum etwas wissen.

TSCHERNOBYL - Eine Chronik der Zukunft basiert auf dem gleichnamigen Roman der Nobelpreisträgerin von 2015, Svetlana Alexijewitsch. Die Autorin: "Zwei Katastrophen haben damals ihren Ausgang genommen, eine soziale, während der ein entwickelter sozialistischer Kontinent vor unseren Augen Schiffbruch erlitt und eine kosmische Katastrophe."

Filmstill Tschernobyl © Filmdelights
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Die Augenzeugenberichte haben überlebt: WissenschaftlerInnen, LehrerInnen, JournalistInnen, Paare, Kinder... Sie berichten von ihrem früheren Alltag und von der Katastrophe. Ihre Stimmen – literarisch gestaltet von Svetlana Alexijewitsch – bilden  ein langes, furchtbares, aber notwendiges Flehen, das die Grenzen überschreitet und uns anregt, uns zu fragen, wie wir heute leben. Der luxemburgische Regisseur Pol Cruchten hat auf dieser literarischen Grundlage einen semidokumentarischen Filmessay gestaltet, durch den die bekannte russische Schauspielerin Dinara Droukarowa als handelnde Akteurin führt.

Der viel beachtete Film ist für die ZuseherInnen allerdings keine leichte Kost:
Die jeweils anspruchsvolle Text- und Bildsprache kommen sich manchmal gestalterisch in die Quere. Auch ist der Mix aus SchauspielerInnen und echten ZeitzeugInnen, die die Texte vortragen bzw. aus für den Film ausgestatteten und realen Schauplätzen kaum zu unterscheiden und letztlich verwirrend. So entrollt sich vor den BetrachterInnen ein poetisches düster-schweres Szenario mit kaum einem Lächeln in den Gesichtern der AkteurInnen. Jedenfalls ein interessanter Versuch eine gigantische Katastrophe künstlerisch zu verarbeiten.

Text: WS


Tschernobyl - Eine Chronik der Zukunft

AT/LUX 2016, 86 min,
nach dem gleichnamigen Roman der Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch.
Regie: Pol Cruchten
Prädikat: besonders wertvoll

Filmstart: 28. April 2017

Verleih: Filmdelights

Webseite zum Film

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