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Film: Eine Unbequeme Fortsetzung - Al Gore is back

Al Gore © Paramount Pictures Germany GmbH
© Paramount Pictures Germany GmbH

Die Filmemacher Jon Shenk und Bonni Cohen haben ein Jahrzehnt nach "Eine unbequeme Wahrheit" Al Gores Spur wieder aufgenommen und nun mit EINE UNBEQUEME FORTSETZUNG – DER STAND DER DINGE einen neuen Dokumentarfilm gedreht.

Da ist er wieder: Al Gore. Der ehemalige Vizepräsident der Vereinigten Staaten, der im Jahr 2000 in der dramatischsten Wahl der US-Geschichte gegen den Republikaner George W. Bush unterlag, weil im Swing State Florida am Ende 537 Stimmen fehlten, hatte sich bekanntlich nach diesem Schock voll und ganz dem Klimaschutz verschrieben. Regisseur Davis Guggenheim verarbeitete dann 2006 Gores Welttour zu der ebenso inspirierenden wie aufrüttelnden Dokumentation „Eine unbequeme Wahrheit“, die sogar den Oscar für den besten Dokumentarfilm gewann, ehe Gore ein Jahr später für seine Klimaarbeit auch noch mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet wurde.

Al Gore setzte seinen unermüdlichen Kampf gegen die globale Klimaerwärmung natürlich fort. Er bereist weiter die Welt, um die aktuellen, durch den Klimawandel hervorgerufenen Veränderungen zu dokumentieren, um Klimaexperten zu schulen und die internationale Klimapolitik zu beeinflussen.

Man konnte gespannt darauf sein, ob die Filmemacher es schaffen würden, diese Fortsetzung ebenso erfolgreich zu gestalten, wie Teil I.

Das Vorhaben scheint gelungen zu sein – dank einer dramaturgischen Veränderung: Der Ex-Politiker steht diesmal noch stärker als Person im Fokus als im Vorgängerfilm. Neue Aufnahmen von den Brennpunkten der Klimakrise dürfen dabei allerdings nicht fehlen. Kameras folgen Gore diesmal aber hinter die Kulissen – in privaten und öffentlichen sowie humorvollen und ergreifenden Momenten. Die etwas zu opulente Filmmusik tut dabei das Übrige. Anschaulich zeigt die Dokumentation, wie Gore seine Vision verfolgt und die Gefahren des Klimawandels mit Einfallsreichtum und Leidenschaft zu überwinden versucht. Wie es ihm beispielsweise gelingt, den entscheidenden Kompromiss mit Indien herbeizuführen, der die Pariser UN-Klimakonferenz letztendlich gerettet haben dürfte.

Gore verkörpert in diesem Film die (amerikanische) Stimme der Vernunft, die sich unermüdlich vor allem gegen die SkeptikerInnen und IgnorantInnen im eigenen Land erhebt - an deren Spitze gerade bei diesem Thema der aktuelle amerikanische Präsident Donald Trump („I don’t believe in global warming“) steht. Die gegenwärtige Flutkatastrophe in einigen US-Bundesstaaten, gibt Gore („Warum habt ihr nicht auf die Wissenschaft gehört!“) allerdings mehr als Recht. Er verhehlt auch nicht, dass er manchmal nahe daran war/ist, angesichts der himmelschreienden Ignoranz der amerikanischen Politik zu verzweifeln. In Zeiten des Klimawandels bietet Al Gore jedenfalls eine schockierende, aber zugleich inspirierende Geschichte der Veränderung.

Facebook-Seite zum Film

Text: W.S.

 

 

© Paramount Pictures Germany GmbH

Eine unbequeme Fortsetzung - der Stand der Dinge

USA 2017, 98 min
Dokumentation
Regie: Benni Cohen, Jon Shenk

Filmstart: 07. September 2017

Verleih: Paramount Pictures Germany

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