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Ausstellung: Wien von oben

© Wien Museum
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Wer sich in eine "Emotionale Wien-Karte" eintragen möchte, der hat jetzt Gelegenheit dazu: In der aktuellen Ausstellung des Wien Museum am Karlsplatz: "Wien von oben. Die Stadt auf einen Blick." Für kreative Geister bietet die Ausstellung auch Raum genug, um die Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung einzubringen.

Mit färbigen Klebepunkten können auf einem riesigen Stadtplan Orte der Lust, der Angst, der Freude und des Ärgers markiert werden. Die Kumulation der Punkte soll den StadtplanerInnen Gestaltungsbedarf signalisieren. Im Rahmen eines Kooperationsprojekts mit der Akademie der Bildenden Künste Wien und mit dem Bundesoberstufenrealgymnasium Landstraßer Hauptstraße nähern sich so SchülerInnen und Studierende in ihren Mental Maps der Stadt vom Grätzl und vom Rand her. Die Ausstellung will so ermuntern, die Stadt mit anderen Augen zu sehen und sich auch aktiv in deren Darstellungen einzubringen.

Faszinierende Blicke auf die Stadt

© Wien Museum
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Der Versuch, der immer größer werdenden Stadt beizukommen, fasziniert seit Jahrhunderten – ob in Form von klassischen Panoramen, Vogelschauen oder Plänen. Doch die befinden sich stets in einem Spannungsfeld zwischen Sichtbarmachung und Verdeckung, zwischen Ordnung und Kontrolle. In der Ausstellung Wien von oben werden aber – wie schon gesagt – nicht nur einige der ältesten, größten oder berühmtesten Pläne, Panoramen und Modelle Wiens gezeigt, sondern auch gegenwärtige partizipative Bestrebungen, über Mapping the City auf die Bedürfnisse weniger privilegierter Gruppen einzugehen.

Radfahrer als Stadtplaner

Von der persönlichen Aneignung zur Kritik am herrschenden Stadtgefüge ist es oft nur ein Schritt. So schreiben sogenannte Counter-Maps alternative Informationen und bislang Unsichtbares ins Stadtbild ein, wie eine Schleichwege-Karte der Radfahrer-Organisation ARGUS aus dem Jahr 1984 beweist. Das zeitgenössische Pendant dazu sind digitale Heat-Maps, etwa jene der Bike Citizens Österreich, die die anonymisierten Daten von RadfahrerInnen in Wien dazu aufarbeitet, die tatsächlich genutzten Straßen und (Rad-)Wege darzustellen – ein interaktives Verfahren, das auch hier der Stadtplanung wertvolle Informationen liefern kann.

Nachhaltigkeitsdimensionen leicht einzubringen

Die Ausstellung bietet also Raum genug, um die Dimensionen einer nachhaltigen Entwicklung einzubringen, die allerdings dort (vielleicht ein Kritikpunkt) nicht explizit angesprochen werden, sich aber nicht schwer herauslesen lassen. Eine Herausforderung für kreative Schulexkursionen. Das Wien Museum bietet auch ein eigenes Vermittlungsprogramm für alle Schultypen und Schulstufen an.

Weitere Informationen zur Ausstellung gibt es auf der Webseite des Wien Museums.

Text: W.S.

© Wien Museum

Wien von oben.
Die Stadt auf einen Blick.

Wien Museum, Karlsplatz
bis 17. September 2017

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