Nachhaltiger Konsum ist das
Dekadenbüro-Jahresthema 2009

Das österreichische Dekadenbüro hat nachhaltigen Konsum – eines der acht von der UNESCO vorgeschlagenen Themenfelder – zum Jahresthema 2009 ausgerufen und hat dazu im November 2009 die Tagung "(Wie) kann nachhaltiger Konsum gelingen?” im Albert Schweitzer Haus in Wien veranstaltet. Hier finden Sie eine umfangreiche ContentLink Nachlese der gesamten Tagung.

einkaufswaegenViele Umweltprobleme der westlichen Welt lassen sich direkt oder indirekt auf die vorherrschenden Konsummuster zurückführen. Das Thema nachhaltiger Konsum gewinnt daher zunehmend an Bedeutung in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und den Medien. Vorangetrieben wird nachhaltiger Konsum durch neue Märkte bzw. neue KonsumentInnengruppen (LOHAS).

Was aber bedeutet nachhaltiger Konsum und ab wann ist Konsum nachhaltig?

Nachhaltiger Konsum, so das www-Link Wuppertal Institute Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) heißt „nicht notwendigerweise weniger Konsum, sondern vielmehr andersartiger Konsum, effizienter Konsum und Konsum als ein Beitrag zur Steigerung von Lebensqualität.“

Eine der am weitest verbreiteten Definitionen von nachhaltigen Konsum ist jene des Osloer Symposiums, das 1994 NGOs und RegierungsvertreterInnen zusammenbrachte, um ein Arbeitsprogramm für nachhaltige Produktion und nachhaltigen Konsum zur Vorlage bei der UN-Kommission für Nachhaltige Entwicklung auszuarbeiten. Diese Definition greift die ganzheitliche Produktlebenszyklus-Perspektive auf:

“Sustainable consumption is the use of goods and services that respond to basic needs and bring a better quality of life, while minimising environmental and social impacts over the life cycle, so as not to jeopardise the needs of future generations”
“ (in Anlehnung an Norwegian Ministry of Environment 1994 and 1995; UN-CSD 1995)

2008 legte die Europäische Kommission einen EU Aktions-Plan zu nachhaltigem Konsumieren und Produzieren vor. Darin wird intelligenteres Konsumieren (Smarter Consumption) als eines von fünf Aktionsfeldern fokussiert. Diskutiert werden in diesem Papier Fragen wie: "Welche Signale können wie geschaffen werden, um Konsumenten nachhaltiges Konsumieren zu erleichtern bzw. sie dazu zu bewegen?" oder: "Wie können KonsumentInnen vor irreführenden oder falschen Werbeversprechen („Greenwashing“) geschützt werden?"


In Österreich finden in diesem Jahr zum sechsten Mal die nh wochenwww-Link Nachhaltige Wochen statt. Initiiert wird die Aktion vom Lebensministerium, in Kooperation mit dem Gesundheitsministerium, der WKÖ, dem Wirtschaftsministerium, der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit im Außenministerium, den Ländern Oberösterreich, Salzburg, Niederösterreich und der Landentwicklung Steiermark. Bio, regional oder fair produzierte Produkte werden dabei besonders beworben. 2008 haben sich rund 40 Handelsketten mit über 10.000 Geschäften an der Aktion beteiligt.

KonsumentInnen an die Macht?

Mit jeder Kaufentscheidung im Geschäft oder via Internet für ein ökologisches oder sozialverträgliches Produkt, mit jeder Entscheidung für ein klimaschonendes Transportmittel können KonsumentInnen den Verbrauch natürlicher Ressourcen reduzieren, zur Vermeidung von Treibhausgasen beitragen und zu sozial-gerechten Arbeitsbedingungen beitragen.

Auf den folgenden Seiten informieren wir Sie über Bildungsmaterialien, Projekte & Initiativen, Multimedia-Applikationen und Veranstaltungen sowie über relevante Links und Literatur zum Jahresthema "Nachhaltiger Konsum".