Praxismaterialien für den schulischen und außerschulischen Einsatz

Kohle - schwarz-braunes Sedimentgestein

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Kohle wird überwiegend als fester Brennstoff zur Erzeugung von Wärme genutzt. Da bei der Verbrennung von Kohle sehr viel klimaschädliches CO2 entsteht und beim Tagbau große Flächen verbraucht werden, ist die Verwendung von Kohle sehr umstritten.

Pflanzen mit hohem Brennwert

Kohlen entstanden aus unter Sauerstoffabschluss zersetzten Pflanzen und sind somit organischer Herkunft. Der Beginn des Inkohlungsprozesses ist durch eine biochemische Phase gekennzeichnet, in der eine Vertorfung der Pflanzensubstanz eintritt. Dieser Torf wird im weiteren Verlauf durch Bakterien, Pilze und Oxidation bei geringem Sauerstoffzutritt zu Weichbraunkohle gewandelt. Damit sich daraus in einem weiteren Schritt der Inkohlung Steinkohle bilden kann, müssen spezielle biochemische sowie geologische und thermische Bedingungen (Temperaturerhöhung) erfüllt sein. Je größer die Temperaturerhöhung ist, desto mehr verdichtet sich die Kohle. Von Steinkohle spricht man ab einem Kohlenstoffgehalt von 80%, Braunkohle weist einen Kohlenstoffgehalt von 65 bis 80% auf. Je höher der Kohlenstoffgehalt ist, desto höher ist auch der Heizwert der Kohle.

Kohle-Vorkommen

Schätzungen zu Folge befinden sich etwa 40% der Steinkohle- und ca. 50% der Braunkohleressourcen in der ehemaligen UdSSR. Der Großteil der Steinkohlereserven liegt mit 78% in den USA, der ehemaligen UdSSR, China und Australien. 78% der Braunkohlereserven entfallen auf die USA, die UdSSR, Australien und Deutschland.

Zu den größten Steinkohleförderländer zählen China, die ehemalige UdSSR und die USA: Die wichtigsten Braunkohleförderländer sind die osteuropäischen Staaten mit einem 65%igen Anteil an der Weltförderung.

Der überwiegende Teil der Kohle wird in dem Land verbraucht, in dem er auch gefördert wird. Aus diesem Grund spielt der weltweite Handel mit Kohle nur eine untergeordnete Rolle.

Verwandte der Kohle

Durch die Veredelung von Kohle entsteht eine Reihe von Sekundärenergieträgern wie etwa Koks als Hauptprodukt der Kohleverkokung. Beim Prozess der Kohleverkokung fallen auch Rohbenzol, Teer und Koksofengas an; Rohbenzol und Teer werden als Rohstoffe in der chemischen Industrie zu verschiedenen Kohlenwasserstoffen weiterverarbeitet. Nichtverkokbare Kohle wird für die Herstellung von Briketts verwendet. Haupteinsatzgebiet der Kohle ist die Erzeugung von elektrischem Strom und von Wärme.

Bei Torf werden die Ressourcen auf 3600 EJ und die Reserven auf 170 EJ geschätzt. Davon lagern etwa 70% in der ehemaligen UdSSR, 14% in Finnland. Torf wird ähnlich wie Kohle zur Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme verwendet.

Quelle:

Braun, Herbert
Energiewirtschaft
Skriptum zur Lehrveranstaltung: "Energiewirtschaft" an der Universität für Bodenkultur, Wien
Das Skriptum gibt grundlegende Einblicke über Fakten und Zusammenhänge in der Energiewirtschaft. Weiters werden Methoden zur Beurteilung von Prozessen der Energiewirtschaft vorgestellt.
Eigenverlag
Fachliteratur

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Zuletzt aktualisiert: 2012-06-11

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